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Ältere Berichte finden sie im Archiv

Der Züchter wird übder den Tisch gezogen!

Eine nüchterne Pressemitteilung vom SFZV über die Erbkrankheit CLF war in der Pferdewoche zu verzeichnen. Die betreffenden Hengste werden mit sofortiger Wirkung aus der Zucht ausgeschlossen, als hätten diese Tiere eine tödlich bringende Seuche in sich, die angeblich die E-Linie mitgebracht hat. Genauere Infos über diese Erbkrankheit wurde nicht mitgeteilt und obwohl CLF seit 2000 bekannt ist wurden genau diese wichtigen Fakten unter dem Deckel behalten! Wie viel wussten die Verantwortlichen des SFZV und SNG wirklich davon? Die Hysterie und Unsicherheit bei den Züchtern  ist perfekt und die Lösung ist auch schon parat. Denn ein paar Seiten vorher wird neben für nächstes Jahr zugelassene Hengste auch über ein Frischblutzufuhr gesprochen und die Auswahl des Hengstes ist schon beschlossen:  Ein CH-Warmbluthengst, das mütterlichseits  Aladinblut fliesst (Seltsam, dass bei diesem Hengstauswahl  nicht von Inzuchtproblem gesprochen wird. 91% der Freibergerpopulation hat Aladinblut drin, sowohl väterlichseits als auch mütterlichseits. Die Linie N, Q, L und P sind miteinander verwandt. Die alten Linien E, R, C, V und D werden angeblich einen hohen Inzuchtgrad angeprangert, aber wo stünde der Freiberger, wenn die Alten diese erfolgreiche Linienzucht nicht gemacht hätten?).

Wer mehr über CLF wissen wollte, musste dies mit Eigenregie machen und sich viel Zeit in Telefonaten und im Internet investieren und diese Informationen waren sehr interessant, die bei der Pressemitteilung nicht erwähnt wurden. Zum Beispiel: Die Träger selber sind gesund und brauchen keine Medikamente oder sonstige Therapien. Das Gen ist rezessiv! (siehe mendelsche Gesetz)Wenn sich zwei CLF-Träger sich paaren, kann der Nachwuchs kein Träger oder nur Träger sein. Falls aber die beiderseits die rezessive Gene zusammen kommen, dann stirbt das Fohlen zwischen 2 und 6 Monate. Im Weiteren ist die Studie nicht ganz 100%. Wenn in der Abstammung einer der Vorfahren nicht dieses Tier ist, was vorgegeben ist, dann kann das Resultat verfälschen und  vor 60 Jahren gab es noch keine Gentestanalyse  und die Blutkonservierung auch nicht ganz ausgereift.

 Obwohl nach Tierschutzordnung die Träger gekennzeichnet werden müssen, heisst es noch lange nicht, dass sie ausgeschlossen werden müssen. Bei anderen Tierarten ist dies die Praxis. Es geht darum das Risiko zu vermindern. Warum werden Hengste, die Träger  sind von  Sarkoïde und Strahlbeinlähmung nicht aus der Zucht genommen? ( Die jüngeren Linien haben diese Erbkrankheiten in die Zucht gebracht) Dieses Problem ist länger bekannt. Diese Krankheiten sind teilweise durch medizinischen Einsatz mit grösseren finanziellen Verlusten verbunden und schaden der Zucht mehr, als jährlich 10 an CLF gestorbene Fohlen.

Am Ende noch ein Laudatio an die Verantwortlichen des SFZV und SNG: Es ist eine oscarreife Leistung innert eine halben Tages eine über 60-jährige erfolgreiche Zuchtgeschichte, die viel positive Eigenschaften in die Zucht gebracht hat, zu vernichten! Welche Zuchtorganisation kann so etwas von sich aus behaupten? Die Rasse Freiberger ist von nun an Geschichte, egal was danach kommt.

Vererbungslehre nach Mendelsche Gesetz in ganz einfacher Form

D= Domiant, r= rezessiv. Das Gen der Erbkrankheit CLF ist rezessiv.

Beispiel:  2 CLF -Träger. Sowohl Mutter (Dr )als auch der Vater (Dr). Elternteile geben je ein Genteil ab -> halbe /halbe

DDDr
Drrr

Die Verteilung der Nachkommen: einer der Nachkommen sind trägerlos (DD), 2 sind Träger (Dr) und 1 ist krank (rr) und stirbt zwischen 2 und 6 Monate.

Bei der Auswahl der Hengste ist vorsicht geboten, wenn die Verwandschaft sehr nahe ist ( Grosseltern) und die Wahrscheinlichkeit grösser ist, das ein rezessives Gen weitervererbt wird.


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Fremdblut in der Freibergerzucht, Fluch oder Segen?


Es ist nicht sehr einfach über ein solches Thema sachlich und neutral zu schreiben, ohne dass man jemanden auf die Zehen tritt.

Welche Rasse hat, ausser den Vollblutarabern, nicht schon Fremdblut drin? Ich glaube, dass jede Rasse irgendwo im Pedigree, auch wenn dieser schon Jahrhunderte weit ist, eine Frischblutzufuhr hat. Bei der Freibergerrasse ist dieses Thema aktuell wie noch nie. Die ältere Züchtergenerationen, diejenigen die den Zweiten Weltkrieg als Kind oder als junge Menschen miterlebten, erzählten oft, dass in der Freibergerzucht fremdes Blut eingeflossen ist. In diesem Punkt haben sie recht, aber etwas haben sie ausser Acht gelassen:  In ihrer Zeit lebte und arbeitete etwa ¾ der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Damals gab es noch keine leistungsstarken Maschinen. Entweder wurde alles mit Menschenkraft bearbeitet oder es stand bei einigen Bauern neben dem Ochsen noch ein Pferd im Stall, das als Arbeitskraft diente. Auch das Militär brauchte für die Kavallerie Reittiere. Somit mussten um diese Zeit etwa 10‘000 (Zucht)Pferde in der Schweiz gelebt haben. Bei einer so hohen Anzahl sind drei, vier Fremdblutzugaben in der Zucht nur ein kleiner Spritzer. Da damals sich nicht jeder ein Auto mit Anhänger leisten konnte, musste man sich mit dem Hengst begnügen, der in der Nähe stand. Heute sieht die ganze Sache anders aus: Der Bauernbestand verschwindet immer mehr, die Maschinen sind mit den neusten Technik ausgestattet, die Kavallerie existiert auch nicht mehr und auch auf die Pferde wirkt dieser Rückgang. So kann auf etwa 2500 gedeckten Zuchtstuten vier Fremdblutzugänge eine Rasse ganz verändern.

 
                  Kleiner Abriss in der Geschichte punkto Fremdblut

Die Geschichte der Freibergerrasse leugnet nicht, dass immer wieder fremdes Blut eingeflossen ist. Vom Shagya, Anglo-Normännern, Ardenner,  Holsteiner, Shires, Selle Français, Vollblutaraber, Schweizer Warmblut bis zum Schwedenblut. Die drei Letztgenannten haben in der Freibergerzucht einiges verändert. Sie trugen zu neuen Hengstlinien bei. Die anderen Blutauffrischer haben sich als Hengstlinienbegründer nicht gross durchgesetzt. Entweder sind sie ausgestorben oder die Linie wurde nicht „geboren“. In manchen Stutenlinien sind aber ihre Namen anzutreffen.

Was war das Ziel dieser „Aktion“? Der Freiberger ist ein ausgezeichnetes und ideales Freizeitpferd. Doch es war noch nicht ein ganz einfach zu reiten. Es wurde Rittigkeit und etwas Gangqualität erwünscht.

Der Vollblutaraberhengst Dokryner ist im Jahre 1950 geboren, wurde aber erst im Jahre 1958 eingesetzt. Es wurde damals nur eine begrenzte Anzahl Stuten gedeckt.  Er hat eine Linie gegründet, die Don- Linie, aber das war wohl nicht ganz das „Richtige“. Trotzdem konnte sich diese Linie bis jetzt behaupten. Es ist sicher ein ideales Distanzreitpferd für Einsteiger.

Mit den Schwedenhengst Aladin gelang der Freibergerrasse den Durchbruch zum Freizeitpferd. Eine neue Linie wurde geboren. Die L-Linie durch Alsacien.

Sein Halbbruder  Nello (Beide haben den gleichen Vater) hat durch seinen Sohn Nelson die P-Linie gegründet. Diese ist nicht so gefragt, doch auch diese Linie hat sicher seine Qualitäten.

In den beiden Schweizer Warmblut - Halbbrüder Qui-sait und Noé, die auch in der Freibergerzucht eingesetzt wurden, fliesst durch dessen Adern das Aladinblut. Er ist der Urgrossvater  mütterlicherseits. Ihre Linien sind blutgeprägt und stellen höhere Ansprüche. Sie sind mehrheitlich im Sportbereich anzutreffen.

Stutenseitig ist durch den Hengst Vulcain das Blut von Ivoire (SF) Ein Sohn von Ibrahim (SF) , der Urgrossvater, väterlicherseits, von Qui-Sait, etwas Frischblut eingeflossen. Ibrahim ist auch der Urgrossvater, väterlichseits von Noé, der Halbbruder von Qui-Sait.

1997 wurde das Zuchtbuch geschlossen und seitdem wird Reinzucht betrieben.

 
                    Gründungen neuer Institutionen und Verbände
 
Eine kleine Gruppe von Freibergerfreunden stellte fest, dass durch die Blutauffrischung die alten Linien verdrängt werden und somit auch einen grossen Teil ihrer Eigenschaften, die den Freiberger ausmachten. Es wurde eine Interessengemeinschaft zur Erhaltung der ursprünglichen Rasse des Freibergers im Jahre 1997 gegründet: Die IGOFM (Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Original Freibergers). Der Schweizerische Freibergerzuchtverband (SFZV) hat die IGOFM als Institution anerkannt. Gemeinsam mit der Pro Specie Rara und des SFZV wurde ein Konzept erarbeitet. In der Herdebuchordnung des SFZV gibt es eine Sektion Basis. Unter Basis kommen alle Freiberger, die bis zu 2% Fremdblut haben.  Faktorbasis bis zu 4% FB. Zusätzlich die sogenannte Begleitende Paarung zum Erhalt der gefährdeten Linien (PEBL).  Doch für die PEBL sind einige Hürden zu überwinden. Besonders die Stutenwahl fordert hohe Ansprüche. Meine persönliche Meinung ist, ob dies wirklich nicht Fehl am Platz ist, Bedingungen zu stellen, wenn die ursprüngliche Rasse schon bedroht ist. Da zählt jedes Tier. Da sollte man nicht noch „Tüpfli schisse“! Sicher darf die Qualität nicht darunter leiden, aber die gegeben Ansprüche sind bei dieser (Basis)Stutenanzahl (ca. 250) doch etwas zu hoch. Grosse Erfolge waren nicht gerade zu verzeichnen. Die Originalen wurden trotzdem immer weniger. Potenzielle Hengstanwärter hatten trotz guter Qualitäten gegen ihre Artgenossen mit Fremdblut keine Chancen. Einige Züchter von Originalen resignierten und liessen ihre Stuten von Hengsten mit Fremdblut decken. Andere nahmen den Kampf weiter auf. Im Jahre 2008 wurde dann von ein paar Eingefleischten der Verband Reiner Rasse Freiberger (RRFB) gegründet. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde am Stuhl des SFZV gesägt. Gespräche wurden ersucht, Kompromisse erstellt. Es gab bei all diesen Sitzungen von beiden Seiten keine Einigung. Am Ende bekam der SFZV, weil diese schon seit über 50 Jahren die Herdebuchführung hat, vom BLW die Anerkennung und der RRFB ging trotz guter Argumente leer aus. Was lief bei ihnen nicht korrekt? Doch der neue Verband gibt sich nicht geschlagen. Die Fortsetzungen des Krimis laufen schon.



                                                Analyse

 Die Schweiz hat das Rioabkommen zur Erhalt der Biodiversität unterschrieben. Darunter gilt auch die Erhaltung der Freibergerrasse. Das Zuchtbuch ist seit 1997 geschlossen, aber bis heute hat sich das Fremdblut nicht gesenkt, stattdessen ist sie am steigen. Vom gesamten Zuchtbestand nehmen die  „Nuller“ nicht ganz 10% ! Etwa ein Drittel von denen ist im zuchtfähigen Alter.

-  Das Ziel Rittigkeit und bessere Gangqualitäten in der Freibergerrasse sind schon längst erreicht. Anstatt wieder auf die ursprünglichen Qualitäten wie verhaltenes Temperament, Genügsamkeit, Anpassungsfähigkeit, guter Charakter, Robustheit und Gesundheit zu achten, wurde ein noch höheres Niveau  aufgestellt. Der Freiberger mutiert dadurch vom Freizeit- und Familienpferd zu einem billigen Sportpferdersatz. Die Interessenten schauen nach einer anderen idealen Rasse für den Freizeitbereich um.

Seit über 10 Jahren existiert die IGOFM, die bis heute ihr Anliegen nicht ganz 100%ig beim SFZV durchsetzen konnte. Die Verantwortlichen beim Verband haben damals die Lage nicht ganz ernst genommen. Erst durch die Gründung des RRFB wurde er richtig aktiv und suchte Lösungen.  

-  Der SFZV hat den Willen für die Erhaltung der Originalen, aber es fehlt trotz PEBL und Einführung der Kategorie „Basis“ an konkreten  Zielen, Plänen, Konzepten und Durchsetzungsvermögen in den eigenen Reihen. Er braucht die volle Unterstützung der IGOFM und diese muss mehr Mitspracherecht punkto Zucht, Selektion, Körung, Feldtest und Prüfungen bekommen. Gleichzeitig müssen auch fähige Leute von der IGOFM an der Front stehen, d.h im Vorstand, Schauexperten, Prüfungsrichter etc.

-  Punkto Fremdblut trägt nicht nur alleine der Verband die Verantwortung für die heutige Situation, sondern auch jeder Züchter ist mitverantwortlich. Darunter gehören nicht nur die sogenannten „Hobbyzüchter“ sondern auch die „Aktivzüchter“, die nach dem neuesten Trend gehen.

-  Durch die Frischbluteinfuhr ist ein „Phänomen“ eingetreten, das fast in jeder Hengstlinie vorhanden ist. Da die neueren Hengstlinien alle vom selben Hengst (Aladin) abstammen und in den 80er Jahren nur auf diese Linie „gefahren“ wurde, weil dieses Blut, trotz gewisser Risiken, gute Erbeigenschaften hervorbrachte, haben viele Nachkommen in ihrem Abstammungsausweis mindestens 4 bis 5 Mal Aladinblut. Dies führt zu Inzucht und zu einem genetischen Flaschenhals. Tendenz steigend.

-  Da der genetische Flaschenhals immer näher rückt, wird in gewissen Kreisen schon nach Frischblut gerufen, was zu fatalen Folgen in der Freibergerzucht führen wird. Wird dann Frischblut in die Rasse eingeführt, bedeutet das der endgültige Untergang der Rasse.

-  Durch den Verband RRFB sind viele Leute, vor allem durch das Internet, gewarnt und werden zukünftig die Abstammungsausweise der Freiberger ganz genau unter die Lupe nehmen. Die Käufer werden tendenziell FM ohne Fremdblut kaufen.

-  Leider sind die vielgerühmten „Nuller“ seitens RRFBs nicht in der Öffentlichkeit vertreten. Wo sind die Hengste mit ihren guten Manieren auf diversen Anlässen zu sehen? Wo kann man die qualitativen Stuten mit ihren Fohlen auf Veranstaltungen betrachten? Wo kann man ihre aussagenstarke Leistungen und talentierten Fähigkeiten bewundern?

Es wurde an der Delegiertenversammlung der SFZV eine Statutenänderung angenommen, die eine separate Sektion beinhaltet, um die genetische Vielfalt zu Erhalten. Ein Anfang, eine Chance, die wahrgenommen werden muss. Auch Seitens des RRFBs

-  Obwohl eine neue Sektion in der Herdebuchordnung speziell für „Nuller“ des RRFBs eingeführt wird, darf die Qualität nicht leiden! Genetische Züchtung und diese erhalten und fördern ist eine gute Sache, aber das „Produkt“ darf nicht unter Qualitätsmangel leiden. Sonst verliert der „Nuller“- FM endgültig seinen guten Ruf und dadurch leidet die ganze Freibergerrasse.

- Der SFZV darf die „Nuller“ trotz neuer Sektion nicht im Stich lassen, sondern mit besonderen Massnahmen helfen die Qualität zu erhalten und fördern. Denn am Ende braucht es in der Freibergerzucht alle Linien mit oder ohne Fremdblut.

-  Der Bund will das Nationalgestüt schliessen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Beitragsgelder im Bereich Tierzucht. Falls dies der Fall sein wird, werden wohl auch für die Freibergerrasse die Gelder gestrichen. Da stehen der SFZV und der RRFB als gleichstarke Gegner. Wer macht hier das Rennen? 


                                      Fazit

 Ob das Fremdblut in der Rasse ein Segen oder Fluch ist, kommt auf den Standpunkt an. Ein wichtiges Ziel muss einfach vor Augen gehalten werden: Der Freiberger soll ein Freizeitpferd sein. Er ist  für Familie und „Einsteiger“, der dies mit dem Charakter auch beweist, geeignet . Er ist von Personen, die mindestens das Grundwissen der Pferdehaltung haben, einfach einzureiten oder einzufahren . Wer im Sport auf (inter)nationalem Parkett seine Karriere machen will, sind Sportpferde, die speziell dafür gezüchtet werden, vorhanden. ( Ich spreche hier nicht von kleinen Freizeitprüfungen um die ersten Sporen zu verdienen oder von Zuchtwertprüfungen). Hätten die damaligen Verantwortlichen den drohenden Verlust eines aussergewöhnlichen Charakters der einzigartigen Rasse durch (zu) viel Frischbluteinfluss gestoppt und trotz neuer Linien den Fremdblut mit klaren Konzepten drastisch auf Null gesenkt, dann gäbe es heute keine (emotionale) Spaltung im Zuchtverband und kein Hahn hätte danach gekräht, wenn einer der Linie in den vergangenen Jahren Frischblut aufweist. Denn das eigentliche Ziel ist schon längst erreicht: Dem Freiberger eine Verbesserung der Rittigkeit und eine deutliche Gangqualität ohne Verlust der anderen Qualitäten.
Es gibt Lösungen und Konzepte, aber es müssen sämtliche Parteien, auch der Verband RRFB, ihre Opfer bringen. Um die Rasse wieder ihren gerechten Ruf zu geben, müssen alle, in der Latrinensprache, den Finger endlich aus dem, pardon, Arsch nehmen! Es ist 2 Minuten vor Zwölf! Jetzt heisst es in die Hände zu spucken und Taten zu vollbringen! Der Freiberger ist ein Schweizer Kulturgut mit jurassischen Wurzeln, das wir für die nächsten Generationen erhalten müssen.

 Zum Schluss von mir ein paar Vorschläge, die durchführbar wären:

- Einen Dachverband mit zwei Sektionen: Eine Sektion ohne Blut, eine Sektion mit Blut, die „Kategorien“ werden getrennt gerichtet, selektioniert, gekört, haben aber ein gemeinsames Herdebuch. (Bei der Rindviehhaltung hat es auch einen Dachverband mit verschiedenen Sektionen.)-> Teilweise erfüllt durch die Abstimmung der DV 2010

-  Zielsetzung: Senkung des Fremdblutes auf erster Stufe 12,5%, auf 2. Stufe auf 6,25% und auf dritter Stufe auf Null. Da braucht es eine Definition bei der Fremdblutbestimmung nach der Kommastelle. Ab wann ist der FB nicht mehr relevant und kann ein FM als „Nuller“ bezeichnen? Somit wäre die Aussage mit dem Frischblut in der FM-Zucht gerechtfertigt. Gleichzeitig müssen 1/3 der Hengstanwärter „Nuller“ sein, ohne dass die Qualität verloren geht und in Avenches gekört werden, um die Senkung zu beschleunigen. Aber bitte noch heute und nicht mehr weitere 10 Jahren verstreichen lassen! Denn wenn man von 100% auf 0,00% Fremdblut  heruntersenken will, dann verstreichen 15 Generationen, sofern man die weiblichen Nachkommen mit drei Jahren decken lässt und immer einen „Nullerhengst“ nimmt.

Hengstselektionierung gezielt auf Linien berücksichtigen. Keine Linie darf überborden. Jede Linie hat gleichviele Hengste mit verschiedenen Genvarianten. Von 200 Hengsten auf 11 Linien, wären dies etwa 18 Hengste pro Linie.

Jahreszahlgrenze ändern. Von 1950 auf 1958. Grund: Doktryner wurde erst im Jahre 1958 in die FM- Zucht eingesetzt und hat eine Linie gegründet. Eine neue Ära, steht in den Freibergerbüchern und die meisten Leute können besser verstehen.(Eselsbrücke)

Inzuchtkoeffizient einführen und den maximalen Prozentsatz bestimmen. Jeder Stutenbesitzer erhält eine Liste mit den gekörten Hengsten und dem Prozentsatz des Inzuchtgrades auf die Stute. (Um das Risiko zu vermindern, dass nicht zu nahe Verwandtschaft gezüchtet wird.)

Änderungen in den Zuchtwertprüfungen. Profis, Amateure und Einsteiger getrennt klassieren(wie beim Fussball: Liga A, B, C) anstatt die Pferde. Dadurch gibt es einen Effekt von noch spezifischerer Beratung eines Pferdeverkaufs an den Kunden.

-  Einführung einer Mutter mit Fohlen - Zuchtwertprüfung in den Sparten Holzrücken, Gymkhana, Fahren und Western (Springen, Dressur?). Dadurch könnten zukünftige Hengstanwärter oder Hengstmütter durch das Verhalten im Parcours beobachtet und eventuell vorselektioniert werden. Denn neben dem Exterieur ist der Grundcharakter eine Eigenschaft des FM. Ausserdem können Fohlen an potentielle Interessenten vermittelt werden und dadurch eine Marktplattform erweitern. Im weiteren Sinne wäre diese Prüfungsart eine weitere Werbung für den Freiberger.

-  Junioren-/Veteranengruppe (siehe andere Sportarten) einführen.

-          Und anderes….

 
Den Fortschritt kann niemand aufhalten, aber um diesen erzielten Erfolg zu erlangen, dürfen wir den ursprünglichen Grundstock nicht vernachlässigen und es ist unsere Pflicht ihn für weitere Generationen aufrecht zu erhalten

 

Empfehlende Nachschlagewerke: 

Der Freiberger, das Schweizer Pferd von Urs Weiss und Fritz Heinze. Ein sachliches Buch über die Geschichte , Nutzung und Zucht.                          

Nutzung der Freiberger- Zuchthengste von Jean-Pierre Graber. Ein Muss für jeden Züchter! Es sind alle Linien beschrieben und aufgezeichnet.

Erhältlich im Shop der IGOFM oder beim SFZV.